
Augustusburger Straße 9-11
09111 Chemnitz
Tel. 0371 9091977
Das Fanprojekt Chemnitz ist offiziell seit dem 1. Juli 2007 am Start, Grundlage der inhaltlichen Arbeit ist das Nationale Konzept Sport und Sicherheit (NKSS). In der Startphase des Projektes wurde besonderer Wert darauf gelegt, die Bedürfnisse und Problemlagen der örtlichen Fußballanhänger zu erfahren und zu analysieren. Dies geschieht durch tägliche Gespräche mit Fans, aber auch mit Repräsentanten der Fanszene, die sich einmal im Monat in einem Fanarbeitskreis treffen. Durch eine solide Anschubfinanzierung von Stadt, Land und DFB konnte im Bereich Ausstattung für einen guten Grundstock gesorgt werden, mit dem sich in der pädagogischen Arbeit flexibel mit jugendlichen Fußballfans agieren lässt.
Den Besuchern des Fantreffs City neben den Räumlichkeiten des Fanshops des Chemnitzer FC steht eine Fläche von 100m2 mit verschiedenen kreativen Nutzungsmöglichkeiten offen. Den jugendlichen Fußballfans sollen soziale Handlungskompetenzen vermittelt, bei sozial Benachteiligten und anders Ausgegrenzten eine Integration in die Gesellschaft erleichtert und Anregungen zu interessanter und aktiver Freizeitbeschäftigung geliefert werden. Gleichzeitig soll soziales Engagement, Zivilcourage und die politische Verantwortlichkeit jedes Einzelnen gefördert werden.
Gewaltprävention und antirassistische Arbeit waren bei der Einrichtung des Fanprojekts zentrale thematische Schwerpunkte. So wurden in der Chemnitzer Fanszene verschiedene Problemlagen beobachtet, wie zum Beispiel auffällige rechte Tendenzen, teilweise fremdenfeindliche Gesänge in der Fankurve sowie eine Anzahl von Jugendlichen, deren Gewaltbereitschaft steigt.
Das Fanprojekt Chemnitz startete mit Peggy Schellenberger, die sich in vielen Jahren sehr verdienstvoll für die Einrichtung eines Fanprojekts eingesetzt hatte, und dem Projektleiter Kay Herrmann (Diplom-Sozialarbeiter/Sozialpädagoge). Peggy Schellenberger ist seit Beginn 2008 wieder in alter Funktion als Fanbeauftragte des Vereins tätig. Dafür arbeitet nun seit September 2008 mit Janine Seibold eine Diplom-Sozialarbeiterin/Sozialpädagogin im Projekt.

Träger ist die Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Chemnitz e. V., die sich weit über das normale Maß hinaus engagiert zeigt und durch vielfältige Verbindungen dazu beiträgt, das Fanprojekt inhaltlich und institutionell abzusichern. Einzigartig in der Fanprojekte-Landschaft, wurden hierfür sogar zwei Beiräte installiert: einer, der die Arbeit praktisch und inhaltlich nah begleitet, ein zweiter "Repräsentativ-Beirat", der das Fanprojekt gesellschaftlich und institutionell in der Stadt verankert.
Seine Ziele versucht das Fanprojekt durch eine intensive Teilnahme an der Lebenswelt der Fußballanhänger, durch Begleitung der Heim- und Auswärtsspiele, wofür (auch dank des DFB) ein eigenes Fanmobil zur Verfügung steht, und die Förderung einer regelmäßigen Beziehung zum Chemnitzer FC zu erreichen. Weitere wichtige Bestandteile der Arbeit sind z. B. Bildungsangebote wie Lesungen und Seminare zwischen Jugendlichen und Institutionen, anlassbezogene Hilfe über die Zusammenarbeit mit Beratungseinrichtungen sowie die Schaffung von Freizeitangeboten wie beispielsweise Fußballturniere oder interessenspezifische Arbeitsgruppen. Die Selbstorganisation der Fußballanhänger zu unterstützen, stellt eine weitere zentrale Aufgabe dar. Durch diese Angebote, die von den Jugendlichen sehr gut angenommen und genutzt werden, soll sich langfristig das Klima in der Fanszene verbessern.
Nach zwei Jahren Fanprojektarbeit können schon einige positive Erfolge verbucht werden, etwa die sehr guten Beziehungen zur Fanszene, wie den Ultras Chemnitz oder den einzelnen Fanklubs, aber auch die gute Zusammenarbeit mit Verein, Polizei, Fanbeauftragter und Institutionen der Jugendhilfe.